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2006 VIII OKT

ja, hallo...
einige Monate später melde ich mich wieder..bei mir.. und vielleicht der ganzen welt. aber gerade das macht ja den reiz aus.. ich weiß nicht, wer meine gedanken liest und es freut mich...

achja. ich stell mir vor, wie es wäre, wenn ich das jedesmal schaffen würde.. also hier zu schreiben.. und dass dann in ein paar jahren nico zu schenken.. ach, der hat gar keine ahnung wie ich ihn - glaub ich. sowas kann man gar nicht wissen.

und vor kurzem war ich noch so unsicher.. es gab noch jemand anders da. soll ich mal erzählen? er heißt m.b. und ich dachte, das leben allein ist nichts ohne diesen jungen mann. ich habe ihn in der 11 klasse in einem zusatzkurs "alt-griechisch" kennengelernt. man muss sich das vorstellen.. wir waren da so 16-17 jahre alt, er auch. aber wie er schon aussah. das strahlte ne menge aus, imponierte sehr, mich vielleicht besonders. obwohl, ich weiß gar nicht, ob er da auch schon so aussah. aber so werd ich ihn optisch in erinnerung halten. braune krause lange haare zu nem zopf gebunden, in einem -hm- nich schönen- aber interessanten gesicht mit krausebart und brille und einem blick dadurch.. ich war mir nie sicher, was hinter den augen ist. zweimal in unserer gemeinsamen zeit später war ich mir sicher es ein wenig zu wissen und vor einer woche ging er fort und ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich es wirklich wusste. ich habe ihn vergöttert. irgendwo dachte ich, dass er ein gerne auffallender mensch, eingebildeter künstler und/oder ganz normaler schüler ist. und dann wieder war ich überzeugt: er ist ein genie mit einer persönlichen note die ich so liebte, dass ich ihn liebte? ach das mit diesen gefühlsworten auszudrücken ist so schwierig. ich weiß nicht was war.

in unserer besten und unehrlichsten zeit trafen wir uns täglich spät nachts und tranken, gingen spazieren, träumten. wir wollten die welt umsegeln, die gesellschaft hinter uns lassen. oder: er wollte es und mich faszinierte dieser freiheitsdrang, dass ich ihn so in mich aufsog, dass ich schließlich überzeugt war, ihn selber zu wollen.

ich fühlte mich immer unterlegen ihm gegenüber. ich wollte ihm bedeutend sein und war sicher, so wie ich sei, war das nicht gegeben und so gab ich mich anders als ich war und das endete nach einer berauschenden zeit in frustration auf meiner seite. bei ihm- ich weiß es nicht.. ich weiß nicht, wie er je über mich gedacht, gefühlt hat und auch nicht, wie er es jetzt tut.

wenn ich sage, ich liebte ihn, ist das nicht gemeint wie eine verliebtheit. mir war klar, dass eine verbindung jeder art nie sinnvoll gewesen wäre. aber ich wollte ihn. als freund als kameraden und niemals war mir klar, ob ich das war.

manchmal, wenn er sehr betrunken war, wollte er mich küssen. aber das habe ich nie ernst genommen. ich glaub, dass war auch richtig so.

aber ernst genommen habe ich seinen brief. einmal hat er mir geantwortet auf meine vielen briefe, wo ich so unsicher war, was das mit uns war/werden würde. und er sagte, es sei eine wunderbare freundschaft.

aber wie lange geht so was? ich hatte immer angst etwas falsch zu machen und machte nichts. und dafür passierte viel. auf seinen konzerten sah ich wie er mich ansah bei den liedern, die mich immer so begeistert hatten. ich hab ihn wirklich nicht wenig gelobt. er wusste, dass ich ihn großartig fand. ich weiß nicht, ob er auch wusste, dass ich eifersüchtig wurde, als er mir von seiner ersten flamme erzählte.

es ist seltsam. drei jahre war er mir der wichtigste mensch und doch nahm weder er an meinem noch ich an seinem alltäglichen leben teil. wir trafen uns meist nur allein und redeten wenig über unser wirkliches leben. mehr über das, was unser leben sein sollte.

später, redeten wir. aber wenigstens ich war noch immer nicht ehrlich. was mich wirklich bewegte, teilte ich ihm erst ganz zum schluss mit. und er war immer unglaublich uneinfühlsam, aber zum schluss hat er sich sehr verändert. aber das war wohl zu spät..

das ist sehr traurig. ich glaube, das war keine freundschaft. aber vergessen werde ich ihn nie. und ich werde glücklich sein, wenn ich denke, dass er mich nicht vergisst.

8.10.06 20:41, kommentieren